Hindeloopen - Kiel: Tag 5
Oliver Hankeln
Tag 5: Schouwerzijl - Groningen
Als ich heute morgen aus dem Niedergang geschaut habe, lag der Anlegeplatz noch in einem hübschen Nebeldunst. Alles war still. In aller Ruhe machte ich mich also auf, 3 Stunden nach Groningen war kein Grund, sich zu hetzen.
Beim Ablegen hat wieder mein freundlicher Nachbar von gestern Hand angelegt und wir sind ein bissche ins Gespräch gekommen. Jetzt fanden wir heraus, dass wir uns eigentlich spontan ganz gut verstehen und beide Musikinstrumente an Bord haben (auch wenn meine Spielfähigkeiten eher … ausbaufähig … sind) - das hätten wir am Vorabend merken müssen, wäre bestimmt ein schöner Abend gewesen.
Und dann gab er mir noch mit auf den Weg, dass überraschend die Schleuse in Groningen gesperrt sei.
Ich bin dann trotzdem erstmal los gefahren und habe unterwegs die Nachrichten gecheckt. Und wirklich: seit gestern ist die Schleuse tagsüber nicht in Betrieb, sondern nur zwischen 17:30 und 19:00.
Direkt vor der Schleuse wollte ich nicht herumlungern, deshalb habe ich dann noch unterwegs für ein paar Stunden fest gemacht und ein bisschen an einem Projekt von mir und einem Freund weiter programmiert.
Die Brücken in Groningen sind nur bis 19:00 in Betrieb - die erste wäre heute sogar nur bis 18:00 geöffnet. Deshalb wollte ich pünktlich um 17:30 an der Schleuse sein. Heute hat mein Zeitplan gut funktioniert: sogar 20 Minuten zu früh war ich da und habe nochmal am Warteplatz festgemacht.
Die Schleusen, die ich bisher befahren hatte, haben mich vielleicht mal 20cm nach oben oder unten befördert. Deshalb habe ich auch hier eine schnelle Schleusung erwartet. Zu meiner Überraschung waren die Wände, als ich die Schleuse einfuhr, aber ziemlich weit nass. Bestimmt 1,50m. Und so hat es auch ca. 20 Minuten gedauert, bis ich durch war. Deshalb kam ich an der Brücke, die nur bis 18:00 bedient wird, um 18:05 an und ich habe mich schon damit abgefunden, die Nacht nicht in einem Hafen, sondern am Wartesteg vor der Brücke zu verbringen. Der Brückenwärter hat dann zweimal eine Durchsage gemacht, die ich aber nicht verstanden habe. Als ich per Funk nachgefragt habe, ob er Deutsch oder Englisch spräche, hat er das verneint. Aber ich habe verstanden, dass er wissen wollte, wo ich hin will. Mein Ziel war der Reitdiephaven, etwa 500m hinter dieser Brücke. Er hat dann gesagt, ich solle zur Brücke kommen, er macht sie nochmal auf und so kam ich dann doch noch im Hafen an. Meine erste Erfahrung mit Groninger Brückenwärtern sollte sich morgen bei den Kollegen wiederholen…